Hundefell richtig pflegen: Welche Felltypen dürfen geschoren werden?

Wenn die Temperaturen steigen, entsteht schnell der Eindruck, ein Hund mit dichtem oder langem Fell müsse unter seiner Behaarung besonders stark leiden. Viele Halter möchten ihrem Hund deshalb Erleichterung verschaffen und greifen zur Schermaschine.
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Ob das sinnvoll ist, hängt jedoch nicht allein von der Felllänge ab.
Entscheidend sind der Aufbau des Haarkleides, der Wachstumszyklus der Haare, die Fellpflege und der Gesundheitszustand des Hundes. Ein langhaariger Hund muss nicht automatisch geschoren werden, während bei manchen Rassen das regelmäßige Kürzen des Fells zur notwendigen Pflege gehört.
Das Haarkleid des Hundes
Das Fell schützt die Haut unter anderem vor mechanischen Einwirkungen, Feuchtigkeit, Schmutz und ultravioletter Strahlung. Darüber hinaus beeinflusst es den Wärmehaushalt. Zwischen den Haaren wird Luft eingeschlossen, wodurch eine isolierende Schicht entsteht. Diese Isolation schützt vor Kälte, kann aber auch den direkten Wärmeeintrag durch Sonnenstrahlung begrenzen.
Das Fell ersetzt dennoch keine aktive Kühlung: Hunde regulieren ihre Körpertemperatur vor allem durch Hecheln und in geringerem Umfang über die unbehaarten Pfotenballen.
Bei den meisten Hunden wachsen mehrere Haare aus einem zusammengesetzten Haarfollikel. Dabei werden zwei grundlegende Haartypen unterschieden:
Primärhaare, auch Deck-, Leit- oder Grannenhaare genannt, sind meist länger, kräftiger und fester. Sie bilden die äußere Fellschicht und schützen die Haut vor Nässe, Schmutz, Sonnenstrahlung und leichten mechanischen Einwirkungen.
Sekundärhaare, meist als Wollhaare oder Unterwolle bezeichnet, sind feiner, weicher und dichter. Sie speichern Luft und tragen wesentlich zur Wärmeisolation bei. Wie stark die Unterwolle ausgeprägt ist, unterscheidet sich erheblich zwischen den Rassen und verändert sich teilweise mit der Jahreszeit.
Aus dem Verhältnis, der Struktur und dem Wachstumszyklus dieser Haare ergeben sich unterschiedliche Felltypen.
Doppelfell mit dichter Unterwolle
Beim Doppelfell besteht das Haarkleid aus einer äußeren Schicht kräftiger Deckhaare und einer mehr oder weniger dichten Unterwolle.
Typische Vertreter sind beispielsweise:
- Deutscher Schäferhund
- Siberian Husky
- Alaskan Malamute
- Samojede
- Akita
- Shiba Inu
- Chow-Chow
- Spitz und Pomeranian
- Australian Shepherd
- Border Collie
- Shetland Sheepdog
- Berner Sennenhund
- Neufundländer
- Labrador Retriever
- Golden Retriever
Auch innerhalb dieser Gruppe gibt es erhebliche Unterschiede.
Das kurze, dichte Fell eines Labradors ist anders aufgebaut als das lange, üppige Haarkleid eines Samojeden. Gemeinsam ist diesen Rassen jedoch, dass Deckhaar und Unterwolle unterschiedliche Aufgaben erfüllen und nicht im gleichen Tempo wachsen.

Bild: Doppelfell Aufbau - KI-Hinweis Textende

Bild: Doppelfell Wechsel - KI-Hinweis Textende
Warum Doppelfell normalerweise nicht geschoren werden sollte
Beim Scheren werden Deckhaar und Unterwolle auf dieselbe Länge gekürzt.
Da beide Haartypen unterschiedliche Wachstumszyklen besitzen, kann die Unterwolle nach dem Scheren schneller oder dichter sichtbar nachwachsen als das Deckhaar. Das Fell kann dadurch zunächst stumpfer, weicher, wolliger, ungleichmäßig oder farblich verändert erscheinen. Bei einzelnen Hunden wächst es nur langsam oder stellenweise nach.
Besonders bei nordischen und spitzartigen Rassen kann eine sogenannte Post-Clipping-Alopezie auftreten, bei der das Haarwachstum über Monate und in seltenen Fällen deutlich länger verzögert bleibt.
Es ist jedoch nicht korrekt zu behaupten, jedes einmal geschorene Doppelfell sei zwangsläufig für immer zerstört oder der Hund müsse anschließend lebenslang weitergeschoren werden. Bei vielen Hunden wächst das Fell wieder nach.
Ob und wie vollständig dies geschieht, hängt unter anderem von Felltyp, Alter, Gesundheitszustand, hormonellen Einflüssen, Schnittlänge und individuellem Haarzyklus ab.
Doppelfell sollte daher nicht allein zur vermeintlichen Abkühlung oder zur Verringerung des Haarens kurzgeschoren werden.
Medizinische Gründe, eine nicht mehr schmerzfrei lösbare Verfilzung oder notwendige diagnostische und operative Maßnahmen können ein Scheren dennoch erforderlich machen. In solchen Fällen hat die Gesundheit des Hundes Vorrang.
Wie Doppelfell stattdessen gepflegt und gekürzt werden kann
Lose, bereits abgestorbene Unterwolle sollte während des Fellwechsels sorgfältig ausgebürstet oder ausgekämmt werden. Dadurch wird das Haarkleid durchlässiger, ohne die schützenden Deckhaare zu entfernen.
Geeignet sind, abhängig von Fellstruktur und Hund, beispielsweise Unterwollrechen, grobzinkige Kämme, Zupfbürsten oder professionelle Ausblastechniken (nicht bei ängstlichen Hunden und Gehörschutz für Hunde).
Langes Doppelfell kann bei Bedarf vorsichtig mit der Schere konturiert werden.
Möglich sind insbesondere:
- das Begradigen überstehender Haarspitzen,
- das Kürzen ausgeprägter Fahnen an Beinen und Bauch,
- das hygienische Freihalten der After- und Genitalregion,
- das Formen der Pfoten,
- das Kürzen von Haaren zwischen den Ballen, sofern sie die Bodenhaftung beeinträchtigen oder verfilzen.
Bei Retrievern, Collies, Shelties und vergleichbaren Rassen wird das Fell damit lediglich in Form gebracht. Der Rumpf sollte nicht flächig mit der Maschine kurzgeschoren werden. Auch der Labrador besitzt ein Doppelfell und benötigt normalerweise weder einen Konturschnitt noch eine Schur.
Langhaar mit Befederung
Einige Hunde besitzen längeres Deckhaar mit sogenannten Fahnen oder Befederungen an Ohren, Brust, Bauch, Läufen und Rute.
Dazu gehören beispielsweise:
- English Cocker Spaniel
- American Cocker Spaniel
- English Springer Spaniel
- Cavalier King Charles Spaniel
- Irish Setter
- Golden Retriever
- Langhaardackel
Diese Hunde dürfen nicht pauschal einer einzigen Pflegegruppe zugeordnet werden.
Viele Spaniels besitzen neben dem längeren Deckhaar eine unterschiedlich starke Unterwolle. Das Fell wird traditionell ausgekämmt, ausgezupft und mit der Schere konturiert. Verfilzungsgefährdete Befederungen können moderat gekürzt werden.
Ein vollständiges, sehr kurzes Abscheren des Rumpfes ist bei einem gesunden, gut pflegbaren Fell meist nicht erforderlich. Bei älteren, kranken oder sehr pflegeempfindlichen Hunden kann ein alltagstauglicher kürzerer Schnitt jedoch eine vertretbare individuelle Lösung sein. Dabei sollte möglichst ausreichend Deckhaar erhalten bleiben und die Haut nicht freigelegt werden.

Bild: Irisch Setter, KI-Hinweis Textende
Kontinuierlich wachsendes Scher- und Schneidefell
Bei einigen Rassen wächst das Haar über längere Zeit weiter und fällt deutlich weniger im klassischen saisonalen Fellwechsel aus. Ohne regelmäßige Pflege kann es stark verfilzen und bis auf die Haut verdichten. Diese Hunde müssen deshalb regelmäßig gebürstet, geschnitten oder geschoren werden.
Zu dieser Gruppe zählen unter anderem:
- Pudel
- Bichon Frisé
- Havaneser
- Malteser
- Coton de Tuléar
- Yorkshire Terrier
- Shih Tzu
- Lhasa Apso
- Lagotto Romagnolo
- Portugiesischer Wasserhund
- Bedlington Terrier
Diese Rassen dürfen geschoren beziehungsweise mit Maschine und Schere gekürzt werden. Die konkrete Frisur richtet sich nach Fellstruktur, Rassestandard, Lebensweise, Pflegeaufwand und Gesundheitszustand.
Auch bei diesen Hunden sollte das Fell ohne medizinischen Grund nicht bis auf die Haut entfernt werden. Eine extrem kurze Schur erhöht die direkte Belastung der ungeschützten Haut durch Sonnenstrahlung, Hitze, Insekten und mechanische Reize.
Es gibt keine für alle Hunde verbindliche Mindestlänge, weil Haardichte, Pigmentierung, Körperregion und individuelle Hautempfindlichkeit variieren.
Als Grundsatz gilt: Das Fell sollte so lang bleiben, dass die Haut weiterhin bedeckt und geschützt ist.
Rauhaar und drahtiges Fell
Rauhaarige Hunde besitzen kräftige, harte Deckhaare und meist eine weichere Unterwolle. Bei fachgerecht gepflegtem Rauhaar werden reife, abgestorbene Deckhaare durch Handtrimmen beziehungsweise Handstripping entfernt. Dadurch kann neues, kräftiges Deckhaar nachwachsen.
Typische rauhaarige Rassen sind:
- Rauhaardackel
- Deutscher Jagdterrier
- Foxterrier
- Welsh Terrier
- Airedale Terrier
- Border Terrier
- Cairn Terrier
- West Highland White Terrier
- Schnauzer
- Rauhaarige Vorstehhunde
Die Aussage, diese Hunde dürften niemals mit einer Schere berührt werden, wäre zu pauschal. Konturen, Pfoten, Bart oder hygienisch relevante Bereiche können durchaus mit einer Schere bearbeitet werden. Das rassetypische harte Deckhaar des Rumpfes sollte jedoch möglichst getrimmt und nicht regelmäßig vollständig abgeschoren werden.
Wird Rauhaar wiederholt nur geschnitten oder geschoren, verbleibt das reife, abgestorbene Deckhaar im Haarfollikel oder wird lediglich oberhalb der Haut gekürzt. Gleichzeitig tritt die weichere und häufig hellere Unterwolle stärker hervor. Das nachwachsende Haarkleid kann dadurch zunehmend weich, blass, wollig und weniger wetterfest erscheinen. Farbe, Glanz und die rassetypisch harte Textur des Deckhaares gehen teilweise verloren.
In der Groomingpraxis wird ein solches aufgehelltes, weich gewordenes Haarkleid gelegentlich als „Silberfell“ bezeichnet. Dabei handelt es sich nicht um eine besondere oder erwünschte Fellfarbe und auch nicht um einen wissenschaftlich definierten Felltyp.
Vielmehr kann dieses Erscheinungsbild darauf hinweisen, dass reifes Rauhaar über längere Zeit nicht fachgerecht ausgezupft, sondern immer wieder abgeschnitten oder geschoren wurde. Das sogenannte Silberfell ist daher eher als „Notfell“, also als pflegebedingt verändertes Haarkleid, zu verstehen und nicht als schicke Farbvariante.

Bild: Rauhaardackel im Notfell, KI-Hinweis Textende
Kann ein verändertes Rauhaarfell gerettet werden?
In vielen Fällen lässt sich die Fellqualität zumindest teilweise wieder verbessern.
Zunächst muss eine fachkundige Person prüfen, ob genügend reifes, locker sitzendes Deckhaar vorhanden ist und ob sich dieses schmerzfrei trimmen lässt. Nicht jedes sichtbare Haar ist bereits trimmreif. Fest sitzendes, noch wachsendes Haar darf nicht gewaltsam herausgezogen werden.
Die Wiederherstellung erfolgt schrittweise:
- Überschüssige, weiche Unterwolle wird vorsichtig ausgekämmt beziehungsweise durch fachgerechtes Carding reduziert.
- Reifes, abgestorbenes Deckhaar wird von Hand oder mit einem geeigneten Trimmmesser in Wuchsrichtung ausgezupft.
- Anschließend wird das Fell regelmäßig in kleinen Abständen nachgetrimmt. Durch dieses sogenannte Rolling Coat werden immer nur die jeweils reifen Haare entfernt.
- Neu nachwachsendes, kräftigeres Deckhaar wird erhalten und nicht erneut mit der Maschine gekürzt.
- Zwischen den Trimmterminen wird das Fell regelmäßig gekämmt und auf verdichtete Unterwolle kontrolliert.
Ist das Trimmen lange ausgeblieben, kann zunächst ein vollständigeres Abtrimmen des reifen Deckhaares notwendig sein. Bis wieder eine geschlossene, harte Deckhaarschicht entstanden ist, können mehrere Haarzyklen vergehen.
Eine vollständige Wiederherstellung der ursprünglichen Fellstruktur lässt sich nicht garantieren.
Sie hängt unter anderem von genetischer Haarqualität, Alter, Gesundheitszustand, hormonellen Einflüssen, Dauer der bisherigen Schurpflege und dem Zustand der Haarfollikel ab. Bei manchen Hunden wird das Fell wieder deutlich härter und farbintensiver, bei anderen bleibt es dauerhaft weicher oder heller.
Bei alten, kranken, schmerzempfindlichen oder nicht an das Trimmen gewöhnten Hunden kann eine schonende Schur dennoch die tiergerechtere Lösung sein. Der Erhalt einer rassetypischen Fellstruktur darf niemals über dem Wohlbefinden des Hundes stehen.
Mischlinge und sogenannte Doodles
Bei Mischlingen lässt sich die richtige Fellpflege nicht zuverlässig aus den beteiligten Rassen ableiten. Insbesondere bei Pudelkreuzungen können kontinuierlich wachsende Haare, Unterwolle, lockige Strukturen und verschiedene Haardicken gleichzeitig auftreten.
Das Fell eines Doodles schützt nicht grundsätzlich weniger als das anderer Hunde.
Es kann jedoch besonders pflegeintensiv sein, weil ausgefallene Unterwolle in den Locken hängen bleibt und schnell hautnahe Filzplatten bildet. Ob ein solcher Hund geschnitten, geschoren, ausgekämmt oder kombiniert gepflegt werden sollte, muss anhand seines tatsächlichen Haarkleides entschieden werden.
Bei starker Verfilzung ist eine kurze Schur häufig tierschutzgerechter als ein langwieriges und schmerzhaftes Entfilzen. Das Ziel sollte anschließend ein Pflegeintervall sein, das erneute Filzbildung verhindert.
Bild: Doodle, KI-Hinweis Textende
Filz ist mehr als ein kosmetisches Problem
Verfilzungen können an der Haut ziehen, die Beweglichkeit einschränken und schmerzhafte Hautreizungen begünstigen. Unter dichten Filzplatten bleiben Feuchtigkeit, Schmutz und Hautsekrete eingeschlossen. Hautveränderungen, Parasiten oder Verletzungen können dadurch lange unbemerkt bleiben.
Bei einer bis auf die Haut reichenden Verfilzung lässt sich das Fell häufig nicht mehr schmerzfrei ausbürsten. In diesem Fall kann eine kurze fachgerechte Schur notwendig sein, unabhängig davon, ob der betreffende Felltyp normalerweise geschoren werden sollte.
Die Vermeidung von Schmerzen hat Vorrang vor dem Erhalt einer bestimmten Optik. Auch professionelle Groomingstandards sehen das Scheren als mögliche Maßnahme vor, wenn Filz nicht schonend entfernt werden kann.

Bild: Tibet Terrier, KI-Hinweis Textende
Kühlt eine Schur den Hund im Sommer?
Eine Schur beseitigt nicht die eigentliche Ursache einer Überhitzung.
Hunde geben überschüssige Wärme hauptsächlich durch Hecheln ab. Starkes Hecheln, eine breit herausgestreckte Zunge, Unruhe, Taumeln, Teilnahmslosigkeit, Erbrechen oder Kreislaufprobleme können auf eine gefährliche Wärmebelastung hinweisen.
Ein gepflegtes, von überschüssiger Unterwolle befreites Fell behindert den Hund nicht automatisch bei der Thermoregulation. Stark verdichtete Unterwolle, Filz und mangelnde Luftdurchlässigkeit können dagegen problematisch sein. Entscheidend ist deshalb nicht nur die sichtbare Felllänge, sondern der Zustand des gesamten Haarkleides.
Das Kürzen der Haare zwischen den Pfotenballen dient vor allem der Hygiene, der Vermeidung von Filz und gegebenenfalls einer besseren Bodenhaftung. Obwohl Hunde an den Pfotenballen Schweißdrüsen besitzen, bewirkt ein solcher Pfotenschnitt keine relevante Abkühlung des gesamten Körpers.
Sichere Abkühlung an heißen Tagen
Die wirksamsten Maßnahmen gegen Überhitzung sind:
- Spaziergänge in die kühleren Morgen- und Abendstunden verlegen,
- körperliche Belastung reduzieren,
- Schatten und gut belüftete Ruheplätze anbieten,
- ständig frisches Wasser bereitstellen,
- aufgeheizte Fahrzeuge meiden,
- Übergewicht berücksichtigen,
- den Hund langsam mit kühlem, nicht eiskaltem Wasser befeuchten,
- besonders gefährdete Hunde engmaschig beobachten.
Brachyzephale Hunde, sehr alte Hunde, Welpen, übergewichtige Tiere sowie Hunde mit Herz-Kreislauf- oder Atemwegserkrankungen besitzen ein erhöhtes Risiko für hitzebedingte Probleme. Für sie reichen Maßnahmen der Fellpflege allein nicht aus.
Baden, Shampoo und Trocknen
Für die Reinigung sollte ein für Hunde geeignetes Shampoo verwendet werden. Hundehaut unterscheidet sich hinsichtlich ihrer Barriereeigenschaften und ihres pH-Bereichs von menschlicher Haut. Menschenshampoo kann die Haut reizen oder austrocknen und sollte daher nicht routinemäßig verwendet werden.
Die Behauptung, gewöhnliches Menschenshampoo könne einen Hund regelhaft erblinden lassen, ist jedoch überzogen. Wie nahezu jedes Shampoo kann es bei direktem Augenkontakt erhebliche Reizungen verursachen. Gelangt Shampoo ins Auge, muss es sofort gründlich mit sauberem Wasser ausgespült werden. Bei anhaltender Rötung, Schmerz oder Zusammenkneifen des Auges ist eine tierärztliche Untersuchung erforderlich.
Nach dem Baden sollte besonders dichtes Fell vollständig bis zur Haut trocknen.
Bleibt Feuchtigkeit längere Zeit in einem warmen, schlecht belüfteten Fell eingeschlossen, können Hautreizungen und die Entstehung sogenannter Hotspots begünstigt werden. Nach dem Baden im Meer sollte Salz, nach dem Schwimmen in belasteten Gewässern sollten mögliche Rückstände mit klarem Wasser ausgespült werden.
Fazit
Nicht die Länge des Fells entscheidet darüber, ob ein Hund geschoren werden darf, sondern seine Haarstruktur.
Doppelfell wird normalerweise ausgekämmt und allenfalls vorsichtig konturiert. Kontinuierlich wachsendes Fell muss regelmäßig geschnitten oder geschoren werden. Rauhaar wird vorzugsweise fachgerecht getrimmt. Langhaar mit Befederung kann moderat gekürzt werden, ohne den gesamten Rumpf abzuscheren. Bei Mischlingen muss die tatsächliche Fellstruktur individuell beurteilt werden.
Eine Schur führt nicht zwangsläufig zu einem dauerhaft zerstörten Fell.
Sie kann jedoch bei ungeeigneten Felltypen das Nachwachsen verzögern und Struktur, Farbe oder Dichte des Haarkleides verändern. Medizinische Erfordernisse, starke Verfilzung, Alter, Erkrankungen und die Belastbarkeit des Hundes können eine Schur dennoch rechtfertigen.
Die beste Sommerpflege besteht deshalb nicht im reflexhaften Griff zur Schermaschine, sondern in einer fachgerechten Beurteilung des Fells, der Entfernung loser Unterwolle, einem verfilzungsfreien Haarkleid und einem konsequenten Hitzemanagement.
Herzlich, kritisch, hundeverliebt – eure Petra Puderbach-Wiesmeth, 2026
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Fotos: (c)Petra Puderbach-Wiesmeth - Diese Abbildungen wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt.
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